Mittwoch, 24. Mai 2017

Rezension zu Into The Water von Paula Hawkins

Quelle: randomhouse.de
Sterne: 4,5/5
Seiten: 480
Verlag: Blanvalet
Preis:   14,99€
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Inhalt:
»Julia, ich bin’s. Du musst mich anrufen. Bitte, Julia. Es ist wichtig …« In den letzten Tagen vor ihrem Tod rief Nel Abbott ihre Schwester an. Julia nahm nicht ab, ignorierte den Hilferuf. Jetzt ist Nel tot. Sie sei gesprungen, heißt es. Julia kehrt nach Beckford zurück, um sich um ihre Nichte zu kümmern. Doch sie hat Angst. Angst vor diesem Ort, an den sie niemals zurückkehren wollte. Vor lang begrabenen Erinnerungen, vor dem alten Haus am Fluss, vor der Gewissheit, dass Nel niemals gesprungen wäre. Und am meisten fürchtet Julia das Wasser und den Ort, den sie Drowning Pool nennen …


Meine Meinung:
Nachdem ich Girl On The Train (Rezension GotT) förmlich verschlungen hatte, musste der zweite Thriller von Paula Hawkins natürlich auch sofort in meinem Bücherregal landen. Und ich wurde nicht enttäuscht.
Dieses Buch lässt sich eigentlich kaum mit Girl on the Train vergleichen. Es ist eine komplett andere Geschichte, mit einer völlig neuen Herangehensweise. Aber eines haben die beiden Thriller doch gemeinsam - man kann niemandem vertrauen, es werden Geheimnisse aufgedeckt, die Guten werden zu den Bösen und andersherum.
Der Anfang von Into The Water war nicht spannend. Das ging die ersten 200 Seiten so, erst kurz vor der Hälfte kam der Thriller in der Geschichte raus. Aber obwohl es nicht spannend war, war die Geschichte fesselnd. Ich habe das Buch von Anfang an geliebt und wollte es nicht mehr weglegen. 
Lustigerweise waren mir die meisten Charaktere nicht sonderlich sympathisch. Jules ist absolut kalt und egoistisch, vorallem gegenüber ihrer verstorbenen Schwester und deren Tochter. Ihr Verhalten lässt sich aber im Laufe des Buches immer besser nachvollziehen.
Auch die Tote Danielle "Nel" Abbott konnte ich nicht ausstehen. Das änderte sich aber auch nicht. Mit ihrer Tochter Lena hatte ich allerdings viel Mitleid. Sie hat in ihrem jungen Alter schon viel durchgemacht und meistert es trotz allem super.
Die Geschichte wird aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt. Das macht das Ganze zwar teilweise sehr verwirrend, vor allem am Anfang, aber auch sehr interessant. Man erfährt so viel mehr Hintergründe als das aus nur einer Perspektive der Fall gewesen wäre.
Der Schreibstil ist zwar in Ordnung, aber nicht herausragend. Im Englischen dagegen hat er mir sehr gut gefallen.
Fazit: Auch wenn die Spannung lange auf sich warten ließ, war das Buch von Anfang an fesselnd. Die mir unsympathischen Charaktere ließen mich zwar immer wieder den Kopf schütteln oder die Augen rollen, aber sind trotzdem gelungen und mit viel Tiefe. Das Buch war spitze, aber für 5 Sterne hat es nicht ganz gereicht.

Montag, 22. Mai 2017

Rezension zu "Geständnisse" von Kanae Minato

Quelle: randomhouse,de
Sterne: 4/5
Seiten: 270
Verlag: C.Bertelsmann
Preis:   16,99€
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Inhalt:
Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist ziemlich krank. Es schildert, was passiert, wenn mehrere kranke Menschen aufeinander treffen und zusammen oder einander kranke Dinge antun.
Das Buch ist in 6 Kapitel unterteilt, wo jeweils eine andere Person erzählt. Nur Kapitel 1 und 6 sind aus der Sicht der Lehrerin.
Schon das erste Kapitel (mit 63 Seiten ziemlich lang) fängt rasant an: Erst geht es noch um Milch, aber nach ein paar Seiten später werden Anschuldigungen getroffen und schlimme Geständnisse abgelegt, die das Leben der betroffenen für immer verändern. Allein dieses Geständnis war schon ziemlich krank.
Das Buch ist von Anfang an spannend, sodass ich es aufgrund seiner Kürze an einem Tag gelesen habe.
Nun wird je ein Kapitel aus den Perspektiven der beiden Schüler, die das Mädchen getötet haben sollen, erzählt. Wir finden mehr über den wahren Ablauf und die Hintergründe heraus, die einfach nur krank sind.
Die Geschichte spielt in Japan, wodurch ich anfangs große Schwierigkeiten mit den Namen hatte. Ich konnte mir nicht erschließen wer jetzt männlich oder weiblich ist, und so hatte ich auch Probleme mit den Pronomen. Irgendwann gab sich aber diese Schwierigkeit.
Man bekommt auch einen Einblick in das Leben japanischer Schüler. Deren Leben dreht sich anscheinend nur um die Schule. Schwänzen sie, werden sie zum Hikikomori, von den anderen verpönt. In allem müssen sie die besten sein, ständig wird an Wettbewerben teilgenommen. 
Der Schreibstil des ersten Kapitels ist sehr befremdlich, da hier die Lehrerin die gesamte Zeit zu ihrer Klasse sprach. Es war eine 63 Seiten lange wörtliche Rede, wo man aber Reaktionen der Schüler nur durch das direkte Erzählen der Lehrerin mitbekommt, wenn ihr versteht was ich meine. Auch Fragen werden so beantwortet. Hier ein Beispiel:
Er veröffentlicht seine Bücher, um noch mehr Jugendliche mit seiner Botschaft zu erreichen - wie bitte? Ihr habt das alles letzte Woche schon im Fernsehen gehört? Gut, dann entschuldige ich mich bei denen von euch, die die Geschichte schon kennen... Wie bitte? Ihr habt recht, ich habe einen wichtigen Punkt ausgelassen.
Diese Erzählweise habe ich für sehr anstrengend empfunden und hatte Angst, dass das das ganze Buch lang so weitergeht, aber wenn man sich durch die ersten 63 Seiten durchbeißt hat man's geschafft.
Der restliche Schreibstil ist relativ trocken, aber gut verständlich und lesbar.
Fazit: Eine verdammt kranke Geschichte mit verdammt kranken Personen (hierfür einen Stern Abzug) , aber trotzdem spannend und mitreißend. Von mir gibt es eine Leseempfehlung! :)

Anmerkung: Vielen Dank an das Bloggerportal und den C.Bertelsmann Verlag für das Rezensionsexemplar!

Sonntag, 21. Mai 2017

Rezension zu "Neuntöter" von Ule Hansen

Quelle: randomhouse.de
Sterne: 1,5/5
Seiten:  496
Verlag: Heyne
Preis:    16,99€
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Inhalt:

Vor Menschen hat sie Angst. Serienmörder versteht sie.
Berlin, Potsdamer Platz. Beim Klettern auf einem Baugerüst macht ein Junge eine grausame Entdeckung: Drei Leichen, einbandagiert in Panzertape, hängen in schwindelerregender Höhe an den Gerüststangen. Sie sehen aus wie Mumien und scheinen in dieselbe Richtung zu blicken, als würden sie auf etwas warten. Als die menschenscheue Fallanalystin Emma Carow auf den Fall angesetzt wird, ist ihr schnell klar, dass er für ihre Karriere entscheidend ist. Doch je fester sie sich verbeißt, desto mehr droht ein altes Trauma sie in den Abgrund zu ziehen.

Meine Meinung:
Dieses Buch wollte ich lange unbedingt lesen. Als ich es dann anfing, war ich schon am Anfang nicht überzeugt. Spannung gleich 0, aber gut, Bücher müssen sich ja erst entwickeln. Nur wenige sind von Anfang an umhauend. Aber leider wurde es nicht besser. Gefühlt steht das Team die ganze Handlung lang in ihrem Raum, spekuliert wild, bekommt völlig zusammenhangslos und nicht nachvollziehbar neue Erkenntnisse, und ab und zu sind sie auf der Suche nach neuen Leichen. Ihre Theorien sind frei aus der Luft gegriffen und an der Nase herbeigezogen. Würden sie in der realen Welt einen Serienmörder mit ihren Täterprofilen fangen müssen, wäre die gesamte Berliner Bevölkerung verloren. 
Auch mit dem Schreibstil kam ich gar nicht klar. Die Sätze sind in einem primitiven Satzbau geschrieben, wenn sie denn überhaupt ausformuliert wurden. Nicht selten kommt es vor, dass einfach nur Name: "..." dransteht, wenn eine Person spricht. Das hat mir die Lust am Lesen sowas geraubt, dass ich jetzt kurz vor einer Leseflaute stehe. 
Einen halben Stern gibt es noch weil es zwar schlecht war, aber nicht ganz so schrecklich wie ein Buch, das ich mal mit einem Stern bewertet habe. 
Also, wenn ihr mich fragt, lasst die Finger von diesem Buch. Es war mein bisheriges 2017 Flop und hat gute Chancen, es zu bleiben.

Trotzdem vielen Dank an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar. 

Sonntag, 30. April 2017

Rezension zu "Schwesterherz" von Christina Ohlsson

Quelle: randomhouse.de
Sterne: 4/5
Seiten: 479
Verlag: Blanvalet
Preis: 14,99€

Inhalt:

Staatsanwalt Martin Benner will Bobby Tell eigentlich schnellstmöglich wieder loswerden: Dieser ungepflegte, nach Zigaretten stinkende Kerl wirkt erst mal wenig vertrauenswürdig. Sein Anliegen ist nicht weniger prekär: Tells Schwester Sara – eine geständige fünffache Mörderin, die sich noch vor der Verfahrenseröffnung das Leben nahm – soll unschuldig gewesen sein, und Benner soll nun posthum einen Freispruch erwirken. Vor Gericht hätte die Beweislage damals nicht mal ausgereicht, um Sara zu verurteilen, doch unbegreiflicherweise legte sie ein umfassendes Geständnis ab und konnte sogar die Verstecke der Tatwaffen präzise benennen. Benners Neugier ist geweckt, und er nimmt das Mandat an …

Meine Meinung:

Nachdem ich von Christina Ohlsson schon einmal begeistert war, musste ich dieses neue Buch auch lesen! Zwar konnte Schwesterherz nicht mit Papierjunge mithalten, aber enttäuscht wurde ich trotzdem nicht!
Die Geschichte beginnt unmittelbar, sodass man in's kalte Wasser geschmissen wird. Anfangs ist es noch sehr spannend, je mehr Tatsachen an's Licht kamen, desto weniger konnte ich das Buch weglegen. Irgendwann fing es allerdings an, sich im Kreis zu drehen, wo die Spannung sehr drunter litt. Durch diesen Abschnitt musste ich mich regelrecht durchkämpfen und habe ewig dafür gebraucht, dafür einen halben Stern Abzug. Ein wenig enttäuscht war ich auch, als mich am Ende keine Auflösung erwartete, aber das war mehr meine Schuld als die des Buches, da ich erst gesehen habe, dass es der erste Teil einer Zweierserie ist.
Auch mit den Charakteren hatte ich ein bisschen zu kämpfen. Martin war mir ziemlich unsympatisch, da er in vielen Ansichten einer ganz anderen Meinung war als ich und sich häufig sehr abfällig über das andere, also mein, Meinungsbild geäußert hat. Auch seine Tochter Belle kam mir ein bisschen suspekt vor. Ich kenne nun wirklich viele Vierjährige, aber keine kann sich nur annähernd so ausdrücken wie sie. Selbst für eine Siebenjährige wäre ihre Ausdrucksweise schon sehr besonders. Lucy hingegen fand ich wirklich nett, und sie kam mir auch realistisch und authentisch vor. Für die größtenteils etwas...unpassenden Charaktere nochmal einen halben Stern Abzug.
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, durch die lockere Erzählweisen ließ sich der Thriller gut lesen.
Fazit: Für den etwas langatmigen Mittelteil und die zum Teil nicht ganz geglückten Charaktere gibt es insgesamt einen Stern Abzug, trotzdem stellt dieses Buch einen gelungen Auftakt zu diesem Zweiteiler dar, dessen Fortsetzung ich auf jeden Fall lesen werde!

Dienstag, 11. April 2017

Rezension zu "Moorfeuer" von Nicole Neubauer

Quelle: randomhouse.de
Sterne: 2/5
Seiten: 413
Verlag: blanvalet
Preis:    9,99€

Inhalt:

Wenn die Osterfeuer brennen, ist es zu spät … In der Einsamkeit eines alten Moors verbrennt eine Frau wie auf einem Scheiterhaufen, um den Hals trägt sie ein mysteriöses Amulett. Hauptkommissar Waechter und sein Team von der Münchner Mordkommission werden zu dem Fall hinzugezogen und müssen feststellen, dass die bisherigen Indizien mehr als dürftig sind: Eine Brandstelle. Eine Leiche. Hinweise auf Fremdverschulden. Die einzige Spur führt sie schließlich zu einem verfallenen Bauernhaus, aus dem die Tote tags zuvor verschwunden war, und in dem der Geist eines kleinen Mädchens spuken soll. Wer hasste die Frau so sehr, um sie derart grausam zu töten?

Meine Meinung:

Bereits bei "Kellerkind" tat ich mich schwer. Da ich der Autorin noch eine Chance geben wollte, habe ich es dann doch noch mit diesem Band versucht; ein Fehler. Von Anfang an kam ich nicht in die Story rein, woran genau das lag kann ich nicht sagen.
Mit den Hauptpersonen wurde ich nicht warm. Sie waren für mich nur roboterartige Kreaturen, wahrscheinlich hat mir hier ein bisschen persönlicher Hintergrund gefehlt. Bei Hannes Brandl war der zwar gegeben, aber auch hier kam es mir nicht so vor, als würde über einen Menschen erzählt werden. Er kommt völlig emotionslos rüber.
Die Geschichte an sich hat durchaus Potential - hierfür auch der zweite Stern. Allerdings gefällt mir diese Andeutung des Übernatürlichen überhaupt nicht. Wahrscheinlich ist auch das ein Grund, warum ich mir mit dieser Lektüre so schwer getan habe.
Und der Schreibstil ist auch nicht hilfreich. Alles wird völlig emotionslos erzählt, was das Abschweifen der Gedanken natürlich begünstigt hat. Oft bin ich eine Seite später wieder "aufgewacht", wusste aber nicht mehr wirklich, worum es geht. Aus Desinteresse habe ich mir auch keine Mühe gemacht, zurückzublättern, und so erschien mir vieles zusammenhangslos. Ob das nun wirklich eine Kritik am Buch ist, oder ob das meiner Faulheit geschuldet ist, kann ich nicht sagen. Vermutlich eine Kombination aus beidem.
Fazit: Das Buch scheint aufgrund der vielen positiven Kritiken wirklich nicht schlecht zu sein, aber meines war's einfach nicht. Durch eine Kombination aus langweiligen Schreibstil und uninteressanten Charakteren hatte ich bald kein Interesse mehr an der durchaus Potential-zeigenden Geschichte.

Montag, 10. April 2017

Rezension zu "A Simple Favor - Nur ein kleiner Gefalle" von Darcey Bell

Quelle: buchhandel.de
Sterne: 4/5
Seiten:
Verlag: Harper Collins
Preis:

Inhalt:
Emily hat alles, was man sich wünschen kann: einen glamourösen Job in New York, ein geschmackvolles Haus und einen attraktiven Mann. Und eine beste Freundin: Stephanie, die sie für all das bewundert. Als Emily Stephanie bittet, ihren Sohn Nick für sie von der Schule abzuholen, tut sie ihr diesen Gefallen gerne. Doch niemand kommt, um Nick wieder bei ihr abzuholen - und Stephanie ist außer sich vor Sorge. Aber je länger Emily verschwunden bleibt, desto mehr entdeckt Stephanie die Situation als Chance für sich … 

Meine Meinung:

Ich bekam dieses Buch freundlicherweise vom Verlag als Manuskript geschickt, weswegen sich die Rezension ausschließlich darauf beziehen wird.
Wem kann man trauen? Hat wirklich jeder Mensch dunkle Geheimnisse? Davon ist Stephanie überzeugt, und als ihre beste Freundin Emily verschwindet, stellt sich immer mehr heraus, dass sie sie tatsächlich kaum kannte. Die Geschichte ist von Anfang an spannend, und durch viele unerwartete Wendungen bleibt dies bis zum Ende der Fall.
Der Schreibstil ist sehr flüssig, und die Art und Weise wie die Story erzählt wird, baut sehr viel Spannung auf. Das Buch ist unterteilt in 3 Teile, welche wiederum als Blogeinträge von Stephanie und aus der Perspektive von sowohl Stephanie, als auch Emily und deren Mann Sean dargestellt werden.
Leider erinnerte mich die Geschichte während des Lesens sehr stark an eines meiner All-time Favorites Gone Girl von Gillian Flynn. Dafür gibt es einen Stern Abzug, denn ich bin kein Fan davon, wenn Autoren einfach eine erfolgreiche Geschichte leicht abgeändert neu erzählen. Da dies Darcey Bell aber doch sehr gut gelungen ist, kann ich dieses Buch trotzdem guten Gewissens weiterempfehlen!

Sonntag, 9. April 2017

Rezension zu "Ohne Ausweg" von Kathrin Lange

Quelle: randomhouse.de
Sterne: 3/5
Seiten: 442
Verlag: blanvalet
Preis:    9,99€

Inhalt:

Um die Terroristen zu stoppen, muss er einer von ihnen werden Nach einem Bombenattentat am Brandenburger Tor ist der Berliner Sonderermittler Faris Iskander zu einer Art Undercover-Joker geworden. Man setzt ihn auf den mutmaßlichen Terroristen Muhammad al-Sadiq an, der aus dem Gefängnis heraus einen Terroranschlag in Berlin plant. Um an Sadiq heranzukommen, muss sich Faris als Islamist ausgeben und seine terroristischen Absichten glaubhaft unter Beweis stellen. Doch das ist nicht sein einziges Problem: Im Laufe der Ermittlungen stellen er und sein Team fest, dass außerdem ein rechtsradikaler Anschlag vorbereitet wird. Das Unterfangen wird immer gefährlicher, zumal in seiner Einheit nicht alle mit offenen Karten spielen … Eine Stadt in Angst und ein skrupelloser Gegner - Faris Iskanders härtester Fall.

Meine Meinung:

Den ersten und zweiten Teil dieser Reihe (Rezensionen unten verlinkt) habe ich verschlungen. Leider konnte mich dieser Teil nicht ganz so überzeugen.
Mir kam es leider so vor, also stünde hier die Aktion im Vordergrund. Vieles brennt, knallt, explodiert oder stirbt, aber eine durchdachte Handlung konnte ich lange nicht finden. Alles passierte auf einmal, und das ließ das ganze auch ziemlich unrealistisch wirken. Natürlich hat die viele Action ihren Zweck nicht verfehlt: Spannend war es auf jeden Fall, und das von der ersten Seite an. Ob man das jetzt positiv oder negativ sieht; es gab kaum Verschnaufpausen.
Wie bereits erwähnt, ist das ganze ziemlich unrealistisch: Allein dass zwei verschiedene Terrororganisationen, mit komplett entgegengesetzten Ideologien, zufälligerweise zur gleichen Zeit einen Anschlag planen, und dass SPOILER der eine Anschlag fast nicht verwindert werden kann weil der andere Anschlag einen der planenden Terroristen fast umbringt, bevor er sagen kann, wo er überhaupt stattfinden soll SPOILER ENDE ist schon sehr an den Haaren herbeigezogen. SPOILER Auch, dass so viele bereits bekannte Charaktere auf einmal zu den Bösen gehören SPOILER ENDE finde ich etwas bedenklich.
Wer die Charaktere bereits aus den borhergehenden Bänden kennt, dürfte nun ein wenig enttäuscht über die Entwicklung sein, die sich in Band 3 aufzeigt. Auch an Faris bekommen wir einige Entwicklungen zu sehen, die mir gar nicht gefallen haben, und ihm meiner Meinung nach vollkommen unmenschlich machen.
Der Schreibstil ist natürlich immer noch der alte: flüssig, leicht lesbar und spannend. Die häufigen Perspektivenwechsel haben mir keine Probleme bereitet und waren gut überblickbar.
Fazit: Dieser 3. Band war hauptsächlich durch seine Actionszenen gekennzeichnet. Ein roter Fanden ließ sich lange nicht finden. Auch die viele Zufälle und gerade-noch-rechtzeitig-Momente machen das ganze ziemlich unrealistisch. Meiner Meinung leider der schwächste Band der Reihe.

Rezension Gotteslüge: http://franzisleseecke.blogspot.de/2016/07/rezension-zu-gottesluge-von-kathrin.html

Donnerstag, 6. April 2017

Rezension zu "Die Entscheidung" von Charlotte Link

Quelle: randomhouse.de
Sterne: 4/5
Seiten: 575
Verlag: blanvalet
Preis:   19,99€

Inhalt:
Was, wenn du im falschen Moment die falsche Entscheidung triffst?
Eigentlich will Simon mit seinen beiden Kindern in Südfrankreich ein ruhiges Weihnachtsfest feiern. Doch dann kommt alles ganz anders: Die Kinder sagen ihm kurzfristig ab, seine Freundin gibt ihm den Laufpass, und auf einem Strandspaziergang begegnet er einer jungen, völlig verwahrlosten Frau: Nathalie, die weder Geld, Papiere noch eine Unterkunft hat, die fürchterlich abgemagert und hochgradig verängstigt ist. Sie tut ihm leid, und er bietet ihr seine Hilfe an. Nicht ahnend, dass er durch diese Entscheidung in eine mörderische Geschichte hineingezogen wird, deren Spuren bis nach Bulgarien führen. Und zu Selina, einem jungen Mädchen, das ein besseres Leben suchte und in die Hände skrupelloser Verbrecher geriet. Ihr gelingt die Flucht, doch damit löst sie eine Kette von Verwicklungen aus, die Simon und Nathalie, tausende Kilometer entfernt, in der Provence zum Verhängnis werden …
Meine Meinung:
Vor etwa einem Jahr habe ich das erste Mal ein Buch von Charlotte Link gelesen: Die Täuschung (Rezension: http://franzisleseecke.blogspot.de/2016/05/rezension-zu-die-tauschung-von.html?m=1). Davon war ich zwar ziemlich enttäuscht, aber dann habe ich doch beschlossen, ihr noch eine Chance zu geben. Im Nachhinein bin ich da sehr froh drüber, da mir Die Entscheidung deutlich besser gefallen hat! 
Schon am Anfang des Buches baut sich die Spannung auf, und sie bleibt größtenteils aufrecht erhalten. Die vielen verschoedenen Geschochten spinnen sich langsam zu einer zusammen, die dadurch sehr viel Tiefe gewinnt und man viele Eindrücke von den Personen. 
Die leider Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt: Die von Simon, Nathalie und Ivana. Sie haben alle komplett unterschiedliche, schwerwiegende Probleme, die aber letztendlich alle miteinander zu tun haben. Leider kam mir das alles zum Teil ziemlich an den Haaren herbeigezogen vor.
So gut mir auch die Geschichte gefallen hat, waren mir die Charaktere, insbesondere Simon, nicht authentisch genug Simon war einfach nur ein absolutes Weichei, dass sich nur allzu gerne im Selbstmitleid gesuhlt hat. . Die Geschichte der schweren Kindheit (in Nathalies Fall) war mir auch schon zu arg durchgekaut. 
Der Schreibstil hat aber wieder einiges rausholen können, da er die Story spannend gestaltet und sich trotzdem leicht und flüssig zu lesen ist.
Fazit: Eigentlich hat mir das Buch relativ gut gefallen, aber für die nicht ganz gelungenen Charaktere und die ziemlich unrealistische Hamdlung gibt es jeweils einen halben Stern Abzug. 

Sonntag, 2. April 2017

Rezension zu "Nachts in meinem Haus" von Sabine Thiesler



Quelle: randomhouse.de

Sterne:3/5
Seiten: 512
Verlag: Heyne
Preis: 19,99€

Inhalt:

Tom ist ein anerkannter Kunstmaler, dazu reich und glücklich verheiratet. Alles läuft perfekt für ihn. Bis eines Nachts in seinem Haus etwas Schreckliches passiert. Unter Schock flieht er in ein toskanisches Bergdorf. Doch was ihm zunächst wie das Paradies erscheint, entpuppt sich schnell als Hölle. Tom hält das Alleinsein nicht aus, fühlt sich eingesperrt und verfolgt. Als er begreift, dass er niemandem mehr vertrauen kann, auch seinen Freunden nicht, ist es zu spät: Er trifft eine verhängnisvolle Entscheidung . . .

Meine Meinung:

Ganz klar: die früheren Thiesler-Bücher sind besser...

Der Anfang liest sich noch sehr spannend, nach dem ersten Drittel jedoch lässt das nach. Tom sitzt in seiner toskanischen Unterkunft gefühlt eine Ewigkeit, während die ganze Story immer mehr an den Haaren herbeigezogen wirkt. Neri, der toskanische Polizist, der in jedem Thiesler-Roman eine Schlüsselfigur war, kommt nur noch am Rande vor und hat mit dem Fall nicht wirklich etwas zu tun. Seine Familienprobleme tun hier rein gar nichts zur Sache, anscheinend musste er halt unbedingt untergebracht werden.

Und die geisterhafte Gestalt, die nur nachts auftaucht, kommt einem irgendwann so vor, als ob die Story künstlich gestreckt werden musste...Genauso der Sachverhalt, warum Tom so vermögend war.

Etwas weniger Randerzählungen und etwas mehr über die Jagdt nach Tom, der sich ja scheinbar völlig problemlos eine neue Identität zulegen konnte, hätten dem Buch sicher besser getan.


Mittlerweile bin ich es etwas Leid, wie erfolgreiche Bücher in Serie gehen müssen aber dabei von Roman zu Roman schwächer werden.


Trotz allem ist es schon erschreckend, wie durch einen kurzen unbedachten Moment und ein paar darauf folgende falsche Entscheidungen gleich mehrere Leben ins Wanken geraten können und alles den Bach runter geht.


Samstag, 1. April 2017

Rezension zu "Post Mortem -Tage des Zorns"

Quelle: mark-roderick.de
Sterne: 4,5/5
Seiten: 478
Verlag: Fischer
Preis:    12,00€

Inhalt:

Emilia Ness ermittelt noch in einem aktuellen Interpol-Fall, als sie ein grausiges Päckchen erhält - mit einem abgeschnittenen Ohr darin. Kurz darauf erreicht sie eine Videobotschaft: Ihre Tochter Becky wurde entführt. Und alles deutet darauf hin, dass das Ohr von ihr stammt.
Es gibt nur einen Menschen, der ihr jetzt helfen kann: Profikiller Avram Kuyper. Der hat im Moment jedoch ganz andere Sorgen, denn er verfolgt die Spur eines alten Rivalen. Viel zu spät wird ihm klar, dass er - genau wie Emilia - in eine hinterhältige Falle gelockt wurde. Ihr Gegner will nicht nur ihren Tod, er will sie leiden sehen. Denn sie haben beide seinen Zorn auf sich gezogen.

Meine Meinung:

Auch Teil 1 und 2 haben mir bereits sehr gut gefallen (die Rezensionen dazu sind unten verlinkt), aber meiner Meinung nach war Teil 3 der spannendste bisher! Emilia Ness versucht verzweifelt, ihre Tochter zu finden und zu befreien, wozu sie später mit einem alten Bekannten, Avram Kuyper, zusammenarbeitet.
Wir lernen immer mehr über die Charaktere, vor allem über Avram Kuyper und seine Vergangenheit. In diesem Teil wurde er mir unheimlich sympathisch, und während ich ihn in den ersten zwei Bänden nicht so wirklich mochte, war mir er jetzt tatsächlich lieber als Emilia.
Die Suche nach den Mädchen ist spannend geschildert, es sterben sehr viele Menschen, aber für Leute, die auf solch blutige, actionreiche Geschichten stehen (mich eingeschlossen), dürfte dieser spannende Thriller genau das richtige sein!
Viele unerwartete Wendungen steigern zudem die Spannung, irgendwann weiß man gar nicht mehr, was man von wem halten soll, und wer unschuldig und wer schuldig ist, erschließt sich langen nicht.
Das Ende des Buches schlägt nochmal so richtig zu, die letzten 350 Seiten wurden bei mir an einem Tag verschlungen - die erste Hälfte eher aus Langeweile und Lust auf's Lesen, die andere weil ich das Buch nicht mehr weglegen konnte!
Der Schreibstil könntr kaum besser sein - Roderick schreibt flüssig und sehr anschaulich, sodass man mehr Kopfkino schaut als dass man liest. Die Kapitel sind relativ kurz, was das Lesen meiner Meinung nach zudem erleichtert.
Das Cover ist, wie dienersten zwei Teile auch, nicht nur schön anzuschauen, sondern auch anzufassen.
Fazit: Das bisherige Highlight dieser Reihe! Die Charaktere werden immer menschlicher, und somspannend war auch keiner der bisherigen Teile! Definitive Kaufempfehlung, ich werde mir den 4. Band dann definitiv auch besorgen!!

Rezensionen:

Band 1: http://franzisleseecke.blogspot.de/2016/05/rezension-zu-post-mortem-tranen-aus.html
Band 2: http://franzisleseecke.blogspot.de/2016/09/rezension-zu-post-mortem-zeit-der-asche.html

Dienstag, 28. März 2017

Rezension zu "Ragdoll - Dein letzter Tag" von Daniel Cole

Quelle: ullsteinbuchverlage.de
Sterne: 4/5
Seiten: 477
Verlag: Ullstein
Preis: 14,99€

Inhalt:
Der umstrittene Detective William Oliver Layton-Fawkes, genannt Wolf, ist nach seiner Suspendierung wieder in den Dienst bei der Londoner Polizei zurückgekehrt. Wolf ist einer der besten Mordermittler weit und breit. Er dachte eigentlich, er hätte schon alles gesehen. Bis er zu einem grausigen Fund gerufen wird. Sechs Körperteile von sechs Opfern sind zusammengenäht zu einer Art Lumpenpuppe, einer »Ragdoll«. Gleichzeitig erhält Wolfs Exfrau eine Liste, auf der sechs weitere Morde mit genauem Todeszeitpunkt angekündigt werden. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, doch der Ragdoll-Mörder ist der Polizei immer einen Schritt voraus. Und der letzte Name auf der Liste lautet: Detective William Oliver Layton-Fawkes ...

Meine Meinung:
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Der Anfang sowie das Ende waren sehr spannend, nur mittendrin hing es ein bisschen durch. 
Die Szenerie des Tatortes ist grausam - genau die richtige Einstellung für einen spannenden Thriller! Auch dass Wolfs Einbindung in den Fall so schnell klar wird macht es gleich zu Beginn spannend. Zwischendurch kommen die Ermittler kaum zu neuen Ergebnissen, was die Spannung leider hemmt und das Lesen sehr träge macht. Doch das sehr unerwartete Ende ist nochmal ein Knaller zum Schluss: Die letzten 50 Seiten habe ich innerhalb von ca 20 Minuten gelesen, obwohl es schon ziemlich spät und ich hundemüde war.
Die Charaktere waren mir größtenteils sympathisch, vor allem mit Baxter und Edmunds konnte ich mich gut anfreunden. Wolf dagegen hat mich mit seiner Einstellung und seinem Ego zeitweise ziemlich genervt. 
Der Schreibstil machte das ganze flüssig und gut lesbar. 
Fazit: Zwar war die Geschichte gäufig spannend und gut erzählt, allerdings ist es keine, die mir ewig im Kopf bleiben wird. Alles in einem solide 4 Sterne.

Donnerstag, 9. März 2017

Rezension zu "Das Jahr der wundersamen Begegnungen" von Sarah Winman

Quelle: randomhouse.de
Sterne: 1/5
Seiten: 352
Verlag: Limes
Preis:   19,99€

Inhalt:
Cornwall, 1947. Marvellous Ways und Freddie Drake könnten unterschiedlicher nicht sein. Doch das Schicksal führt die neunzigjährige Frau und den jungen Soldaten zusammen, denn Freddy, der einem im Sterben liegenden Freund versprochen hat, dessen Vater einen letzten Brief nach Cornwall zu bringen, landet unversehens bei Marvellous in ihrer selbsterwählten Einsamkeit. Sie nimmt den körperlich wie seelisch gebrochenen Mann bei sich auf, und eine unerwartete Freundschaft nimmt ihren Anfang. Wird Freddy Marvellous das geben können, was sie braucht, um dieser Welt auf Wiedersehen zu sagen? Und kann sie ihm geben, was er braucht, um weiterzumachen?

Meine Meinung:
Das Cover und der Klappentext haben mich sofort auf das Buch aufmerksam gemacht! Der Inhalt hört sich sehr vielversprechend an, mal eine etwas andere Geschichte!
Auch das Cover hat mir super gefallen - es ist total süß gestaltet und hat sofort seine Aufmerksamkeit auf mich gezogen.
Leider konnte mich das Innere des Buches nicht annähernd so überzeugen wie das Äußere. Schon als ich anfing, zu lesen, irritierte mich der Schreibstil, aber ich dachte, wenn ich etwas weiterlese, gewöhne ich mich daran. Tat ich nicht. Stattdessen quälte ich mich das ganze Buch lang da durch und musste jeden Satz gefühlt zwei Mal lesen.
Wäre es nur der Schreibstil gewesen, hätte ja wenigstens der Inhalt mich noch begeistern können, aber leider war das auch nicht der Fall. Die vielen Zeitsprünge waren leider mehr verwirrend als interessant, und auch die Haupthandlung konnte mich nicht begeistern.
Fazit: Manchmal ist weniger einfach mehr. Hier hat die Autorin durch viele verschiedene Mittel versucht, das Buch interessant zu gestalten, aber leider war das für mich ein bisschen zu viel des Guten. Ein Sternchen gibt es noch für das Cover und die Idee für die Handlung.

Donnerstag, 16. Februar 2017

Rezension zu "Perfect Girl - nur du kennst die Wahrheit" von Gilly MacMillan


Quelle: amazon.com
Sterne: 4/5
Seiten: 512
Verlag:Droemer Knaur
Preis:  14,99€

Inhalt:
Vor drei Jahren hat Zoe Maisey, begabte Pianistin, in der Nacht ihres fünfzehnten Geburtstags den Tod dreier Schulkameraden verschuldet. Dafür hat sie achtzehn Monate im Jugendvollzug verbracht. Ihre Mutter Maria und sie versuchen nun, in Bristol ein neues Leben aufzubauen. Maria hat den erfolgreichen Geschäftsmann Chris Kennedy geheiratet, und alles scheint sich endlich zum Guten zu wenden. Doch auf dem Konzert, das Zoes Musikerkarriere neu anstoßen soll, taucht unerwartet der Vater einer der umgekommenen Jugendlichen auf und beschimpft Zoe vor allen Anwesenden. Und nur wenige Stunden später ist Maria tot.

Meine Meinung:
Was macht man, wenn ein einziges, unfaires Urteil das ganze Leben verändert? Laut Zoe ist die Antwort ganz einfach: Weiterleben!
Um den alten Geistern zu entkommen, zieht sie mit ihrer Mutter in eine andere Stadt, wo Maria auch bald einen neuen Mann kennen lernt, dessen Sohn - genau wie Zoe - begabter Klavierspieler ist. Die Patchworkfamilie lebt zusammen mit dem neusten Familienzuwachs Grace ein schönes, luxuriöses Leben.
Doch als  bei einem gemeinsamen Konzert plötzlich der Vater eines der Mädchen auftaucht, die damals beim Autounfall ums Leben gekommen sind, und in der Nacht Zoes Mutter tot aufgefunden wird, gerät alles aus den Fugen.
Anfangs ist die Geschichte sehr schleppend. Zwar weiß man, dass Maria tot ist, allerdings spielt es in der ersten Hälfte fast ausschließlich am Abend nach dem Konzert, wo sie noch lebt. Schon hier bekommt man einen ersten Eindruck davon, dass in dieser ach-so-perfekten Familie nicht alles so glatt läuft, wie es scheint. Es kommt immer mehr aus der Vergangenheit ans Licht, und immer mehr Abgründe tun sich auf. Stück für Stück setzt sich ein Bild zusammen, das ganz anders ist, als die Patchworkfamilie es aussehen lassen will.
Sobald Maria tot aufgefunden wird, wird das Buch sehr spannend und ich konnte nicht mehr wirklich aufhören zu lesen.
Aufgrund vieler verschiedener Hintergrundinformationen verdächtigt man bald alle möglichen Personen; doch das Ende ist ganz anders als man es erwartet hätte, wenn auch nicht minder genial.
Die Personen erschienen mir anfangs zwar größtenteils unauthentisch, doch im Laufe des Buches wurde dann klar, warum, und dann konnte ich mich auch damit anfreunden.
Der Schreibstil war sehr flüssig und gut zu lesen. Das Buch wird aus mehreren verschiedenen Sichtweisen geschrieben, was manchmal ein bisschen verwirren kann, aber da die Kapitel nur durchschnittlich 2-6 Seiten lang sind, ist es kein Problem, zurückzublättern und zu schauen, wer gerade erzählt.
Fazit: Auch wenn die erste Hälfte des Buches relativ zäh ist, nimmt es schnell an Fahrt auf. Der geniale Schluss hat dann doch noch ein halbes Sternchen draufgesetzt, sodass es letztendlich 4 Sterne wurden und ich das Buch mit gutem Gewissen weiterempfehlen kann!

Dienstag, 31. Januar 2017

Mein Lesemonat Januar 2017 :)

Mein Lesemonat Januar war sehr erfolgreich, mit insgesamt 10 Bücher und 3761 Seiten, das macht 121 pro Tag :)


  • Los gings mit Totenbleich von Michael Katz Krefeld. Es lag ziemlich lange auf meinem SuB und ich habe mir nicht wirklich viel davon versprochen, aber es hat mir letztendlich doch sehr gut gefallen und 4/5 Sterne bekommen. Die Rezension könnt ihr hier nachlesen: http://franzisleseecke.blogspot.de/2017/01/rezension-zu-totenbleich-von-michael.html
  • Danach kam Dornenkleid von Karen Rose. Das Buch habe ich zum Geburtstag geschenkt bekommen und dann auch sofort angefangen. Da ich von Karen Rose vorher bereits begeistert wurde waren meine Erwartungen an dieses hier sehr hoch, aber ich wurde nicht enttäuscht! 4,5/5 Sterne!
  • Darauf folgte Insomnia von Jilliane Hoffman. An dieses Rezensionsexemplar hatte ich aufgrund vieler positiver Kritiken sehr hohe Erwartungen, doch leider war ich davon nicht so begeistert wie der Großteil der restlichen Leser. 3,5/5 Sterne, die Rezension findet ihr hier: http://franzisleseecke.blogspot.de/2017/01/rezension-zu-insomnia-von-jilliane.html
  • Als nächstes las ich Broken House von Gillian Flynn. Die anderen drei Bücher haben mir super gefallen, daher habe ich mich auf diese Kurzgeschichte riesig gefreut. Leider konnte sie mit den anderen nicht mithalten. 3/5 Sterne
  • Zu Weihnachten habe ich Sind Tote Immer Leichenblass? von Michael Tsokos geschenkt bekommen. Da ich mir auch überlege, später mal in Richtung Rechtsmedizin zu gehen, fande ich es sehr interessant, herauszufinden, was nur im Fernsehen passiert und was echt ist. 4,5/5 Sterne, da es mir wirklich gut gefallen hat!
  • Daraufhin kam Kellerkind von Nicole Neubauer, auch so ein Buch was schon länger auf dem SuB lag. Es stellte sich tatsächlich als nicht ganz so gut heraus und bekam nur 3,5/5 Sterne. Auch dazu ist eine Rezension auf meinem Blog: http://franzisleseecke.blogspot.de/2017/01/rezension-zu-kellerkind-von-nicole.html
  • Danach habe ich Federgrab von Samuel Bjoerk gehört, auch das fand ich ganz gut, 4,5/5 Sternen hat es abgestaubt: http://franzisleseecke.blogspot.de/2017/01/rezension-zu-federgrad-von-samuel-bjoerk.html
  • Nachdem wir im Englischunterricht ziemlich viel  darüber geredet haben, habe ich beschlossen, endlich mal Romeo and Juliet zu lesen. Ich hatte hierzu die Ausgabe von Reclam, dort werden einzelne Wörter und Redewendungen etc. erklärt, die fand ich echt gut: 4,5/5 Sterne
  • Danach habe ich Die Vermissten von Caroline Eriksson gelesen, auch hier hatte ich ziemlich hohe Erwartungen, so gut hat es mir dann aber nicht gefallen. 3/5 Sternehttp://franzisleseecke.blogspot.de/2017/01/rezension-zu-die-vermissten-von.html
  • Last but not least habe ich am Wochenende Fremd von Arno Strobel und Ursula Poznanski gelesen, Anonym hat mir bereits spitze gefallen, dieses hier war auch sehr gut: 4/5 Sterne

Samstag, 28. Januar 2017

Rezension zu "Die Vermissten" von Caroline Eriksson

Quelle: randomhouse.de
Sterne: 3/5
Seiten: 270
Verlag: Penguin Verlag
Preis: 13,00€

Inhalt:
Ein Bootsausflug an einem Sommerabend, das grünschwarze Wasser leuchtet geheimnissvoll in der untergehenden Sonne. Doch da verschwinden Alex und seine Tochter Smilla auf einer Insel - spurlos. In ihrer wachsenden Verzweiflung wendet sich Greta an die Polizei. Schnell wird klar, dass ihre Geschichte ebenso große Rätsel aufwirft wie das Verschwinden ihrer Lieben - und die Frage: Hat sie etwas damit zu tun?

Meine Meinung:
"Ein würdiger Nachfolger von Gillian Flynns Gone Girl." -Dagens Nyheter
Dessen kann ich mich leider nicht anschließen. Während Gone Girl bis heute eines meiner Lieblingsbücher und -filme ist, genial geschrieben und unglaublich fesselnd, konnte mich dieses Buch leider nur bedingt überzeugen.
Es fängt sehr gut an - Greta macht mit Alex und Smilla einen Ausflug zu einer Insel, wo die beiden dann verschwinden. Doch hier fängt es schon an: Elemente, die ich eher in einem Horrorbuch erwartet hätte, tauchen vereinzelt auf - wie zum Beispiel Schlamm, der einen hinunter zieht. Im Laufe des Buches finden sich immer mehr solcher Beispiele - dass sie die Paranoia und Verwirrung und Angst von Greta wiederspiegeln sollen ist mir klar, jedoch hat es mich sehr gestört.
Auch die Handlung an sich ist oft an den Haaren herbei gezogen und wenig spannend gestaltet. Im Laufe des Buches findet man immer mehr über die vermeintliche Familie sowie Gretas Vergangenheit heraus. Das an sich hat mir gut gefallen. Nur leider werden die Geschichten so "seltsam" miteinander verworren, es werden Zusammenhänge geknüpft wo keine sind.
Auch die Auflösung war eigentlich relativ gut, allerdings hat auch hier einiges nicht zusammen gepasst.
Was mich trotzdem durchhalten hat lassen war erstens die Kürze des Buches. Mit 270 Seiten hatte ich es in zwei Tagen durch, das konnte ich noch gut verschmerzen. Zweitens hat mir auch der Schreibstil gut gefallen. Er war flüssig und es hat sich gut lesen lassen. Und drittens hatte die Geschichte einiges an Potential. das zum Teil auch umgesetzt wurde.

Auch wenn in dieser Rezension die negativen Punkte deutlich überwiegen - mit 3 Sternen bewerte ich es immer noch als eher gut als schlecht, auch wenn ich mir viele Punkte anders gewünscht hätte. Doch der Schreibstil und eine halbwegs interessante Handlung machen diese eher kurze Lektüre durchaus lesenswert.

Dienstag, 24. Januar 2017

Rezension zu "Federgrab" von Samuel Bjoerk

Anmerkung: Die Rezension bezieht sich auf das Hörbuch!


Quelle: randomhouse.de
Sterne: 4,5/5
Länge: 8h58 bzw. 480 Seiten
Verlag:Goldmann
Preis:   14,99€  (Buch: 12,99€)

Inhalt: 

Aus einem Jugendheim bei Oslo verschwindet ein siebzehnjähriges Mädchen. Einige Zeit später wird sie tot im Wald gefunden – gebettet auf Federn, umkränzt von einem Pentagramm aus Lichtern und mit einer weißen Blume zwischen den Lippen. Die Ermittlungen des Teams um Kommissar Holger Munch und seine Kollegin Mia Krüger drehen sich im Kreis, bis sie von einem mysteriösen Hacker kontaktiert werden. Er zeigt ihnen ein verstörendes Video, das neue Details über das Schicksal des Mädchens enthüllt. Und am Rande der Aufnahmen ist der Mörder zu sehen, verkleidet als Eule – der Vogel des Todes …

Meine Meinung:

Nachdem mir Engelskalt, der Vorgänger von Federgrab, schon sehr gut gefallen hat, war mir klar, dass ich auch vom zweiten Teil nicht enttäuscht sein würde. Trotz den hohen Erwartungen wurde ich nicht enttäuscht!
Schon der Klappentext hat sich sehr spannend angehört, und die Handlung wurde dann genauso super umgesetzt. Zwischen den Kapiteln der eigentlichen, gegenwärtigen Handlung werden Szenen aus der Vergangenheit beschrieben, welche im Laufe des Buches in die Handlung hereingeflochten werden. Dieses Darstellung gefällt mir sehr gut, da man so etwas Hintergrundinformation zu möglichen Motiven bekommt. 
Die Charaktere kannte ich ja schon zum Großteil aus Engelskalt, und nach wie vor war mir Mia unglaublich sympathisch. Zwar hat sie in ihrem eigenen Leben selbst zu kämpfen-sie hat immer noch Schwierigkeiten, mit dem Tod ihrer Zwillingsschwester klarzukommen-aber sie schreckt trotzdem nicht davor zurück, anderen Menschen zu helfen, und lässt sich dabei manchmal komplett gehen. Ich hätte ihr gerne gesagt, sich mal hinzulegen und zu schlafen, anstatt die x-ten Mal Tabletten einzuwerfen. Auch Munch mag ich sehr.
Der Schreibstil beschreibt die Handlung in einer spannenden Art und Weise, sodass es nie langweilig wird.
Auch der Vorleser des Hörbuches hat eine sehr angenehme Stimme, mir hat sehr gut gefallen, dass er nicht nur vorgelesen hat, sondern auch Emotionen in die Sprache eingebaut hat (zB. Schluchzen) und sich der sprechenden Person angepasst hat (Frau: höhere Stimme, ...). So viel es mir leicht, der Geschichte zu folgen. Ich habe bisher nur ein anderes Hörbuch gehört, da wurde das nicht getan, ich kann aber nicht sagen, ob das ansonsten normal ist. Mir hat es jedenfalls sehr gut gefallen. 
Fazit: Genau so wie Engelskalt konnte mich dieses Buch voll und ganz überzeugen. Zwar kam es nicht ganz an einen 5-Sterner ran, aber wenn Bjoerk ein neues Buch rausbringt, wird es jedenfalls ganz oben auf meiner Wunschliste landen!

Montag, 23. Januar 2017

Rezension zu "Kellerkind" von Nicole Neubauer

Quelle: randomhouse.de
Sterne: 3,5/5
Seiten: 414
Verlag: Blanvalet
Preis:   9,99€

Inhalt: 
Die erfolgreiche Anwältin Rose Benninghoff liegt mit durchschnittener Kehle in ihrer Designerwohnung. Im Keller des Hauses kauert der vierzehnjährige Oliver Baptiste, sein Körper mit Blutergüssen übersät, seine Hände blutverschmiert. Er kann sich an nichts erinnern. In einem klirrend kalten Jahrhundertwinter nimmt der Münchner Hauptkommissar Waechter mit seinem Team die Jagd nach dem Mörder auf. Doch bald verschwimmen die Grenzen zwischen Tätern und Opfern immer mehr, und die Ermittler stoßen auf ein altes Verbrechen, das nie gesühnt wurde, und das seine Schatten bis in die Gegenwart wirft ...

Meine Meinung:
Anfangs war das Buch sehr zäh, sodass ich überlegte, es zu Seite zu lesen und wann anders nochmal zu probieren. Gott sei Dank habe ich das nicht getan, und als ich viel Zeit zum Lesen hatte und wirklich ein gutes Stück weiter gekommen bin, hat sich die Geschichte entwickelt und kam in's Rollen.
Über etwa 200 Seiten ist in dem Buch nichts passiert. Die Ermittlungen drehen sich im Kreis, es werden immer wieder die gleichen Leute verhört, aber es gibt weder neue Erkenntnisse, noch Hinweise, die in irgendeiner Art und Weise relevant sind. Danach passiert endlich was, und die Geschichte entwickelt sich. Man bekommt ein Gefühl für den Fall und macht sich auch erstmals selbst Gedanken darüber. Die Auflösung macht Sinn und hat mir gut gefallen.
Der Schreibstil ist flüssig und das Buch lässt sich so gut lesen. Die Geschichte spielt in München, und die Personen sprechen allesamt Bayrisch. Normalerweise sprechen mir Dialekte in Büchern nicht zu, aber da ich selbst in diesem Raum lebe, hat es mir doch relativ gut gefallen und mir das Gefühl gegeben, dass sich das Buch direkt vor meiner Haustür abspielt.
Neben dem eigentlichen Fall hat einer der Komissare Hannes noch ein privates Problem, als seine jugendliche Tochter, zu der er seit Jahren keinen Kontakt hatte, auftaucht, und dann Ärger macht. Die Auflösung dieser Sache gefällt mir leider nicht gut, da sie mir einfach sehr unrealistisch vorkommt. 
Fazit: Anfangs habe ich mir schwer getan, in das Buch reinzukommen, aber als sich die Geschichte entwickelt hat, war sie gut lesbar und doch noch halbwegs gelungen.

Dienstag, 17. Januar 2017

Rezension zu "Insomnia" von Jilliane Hoffman

Quelle: rowohlt.de
Sterne: 3,5/5
Seiten:  477
Verlag: Rowohlt
Preis:   19,95€

Inhalt:
Der neue Thriller von Bestseller-Autorin Jilliane Hoffman: Nach „Mädchenfänger“ der zweite Fall für FBI-Agent Bobby Dees, Spezialist für verschwundene Kinder und Jugendliche.
Sein Kopf fühlt sich an, als sei er in einen Schraubstock gezwängt. Er kann nicht essen, er kann nicht schlafen. Dann kehren die bösen Gedanken zurück. Und es gibt nur eines, was er tun kann, um sie loszuwerden ... 
Verstört und mit Schnittwunden übersät taumelt Mallory Knight in eine Biker-Bar in Süd-Florida. Zwei Tage lang war die 17-jährige Schülerin spurlos verschwunden. Sie behauptet, dem „Hammermann“ entkommen zu sein, einem Serienkiller, der bereits über ein Dutzend Teenagermädchen entführt und mit seinen schrecklichen Werkzeugen zu Tode gequält hat. Aber als Special Agent Bobby Dees Mallory befragt, verstrickt sie sich in Widersprüche. Kurz darauf wird ein weiteres Mädchen vermisst, und Mallory muss erkennen, dass ihre Aussage fatale Folgen hat...



Meine Meinung:
Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er mal die Wahrheit spricht...
Diese Redewendung schwebt wohl über dem ganzen Buch, an das ich wohl mit zu hohen Erwartungen herangegangen bin. Meiner Meinung nach ist der Klappentext nicht wirklich deckungsgleich mit der Handlung des Buches. Denn mit "Kurz darauf" ist ein Zeitraum von 4 Jahren gemeint, in dem sich Mallory ein ganz neues Leben aufgebaut hat, und sie erkennt 4 Jahre, bevor das nächste Opfer entführt wird, dass ihre Aussage fatale Folgen hat, das heißt direkt nachdem sie vermeintlich entkommen ist.
Als ich das erkannt habe, war ich schon relativ enttäuscht, da sich das natürlich so, wie es beschrieben wurde, um einiges interessanter angehört hat, als es dann tatsächlich war.
Die Handlung an sich war auch teilweise ziemlich an den Haaren herbei gezogen. Ich will hier jetzt nichts vorwegnehmen, aber wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass man SPOILER einen bestimmten umgestürzten Baum in einem großen Waldstück wiedererkennt, vor allem, wenn man tagelang verletzt dadurch gelaufen ist? Und natürlich hat sich auch noch eine Liebesgeschichte entwickelt. SPOILER ENDE
Die Charaktere waren mir auch ein wenig zu klischeehaft, so dass des Öfteren stirnrunzelnd gelesen habe und auch häufig wusste, was sie als nächstes tun würden.
Dass die Autorin trotzdem etwas von ihrem Fach versteht und zu fesseln weiß, zeigt sich im Prolog. Der hat mir sehr gut gefallen, da er sowohl inhaltlich als auch sprachlich unglaublich spannend und fesselnd ist; er hat mir sofort Lust auf den Rest des Buches gemacht, auch wenn der sich nicht als ganz so gut herausgestellt hat. Die Tatsache, dass ich die beinahe 500 Seiten innerhalb von drei Tagen (kein Wochenende!) gelesen habe, spricht auch für den guten Schreibstil der Autorin. So kam mir das Buch gar nicht so schleppend vor, wie es im Nachhinein war, und ich konnte es doch sehr flüssig und schnell lesen.
Fazit: Aufgrund vieler positiver Rezensionen habe ich mir sehr viel von Isomnia erwartet. Leider stellte sich die Handlung als etwas an den Haaren herbei gezogen raus. Der flüssige und spannende Schreibstil konnte jedoch noch ein paar Sterne retten. 

Montag, 9. Januar 2017

Rezension zu "Die Schattenschwestern" von Lucinda Riley

Sterne:4/5
Quelle: randomhouse.de
Seiten: 608
Verlag: Goldmann
Preis:   19,99€
Inhalt:
Star d'Aplièse ist eine sensible junge Frau und begegnet der Welt eher mit Vorsicht. Seit sie denken kann, ist ihr Leben auf das Engste verflochten mit dem ihrer Schwester CeCe, aus deren Schatten herauszutreten ihr nie gelang. Als ihr geliebter Vater Pa Salt plötzlich stirbt, steht Star jedoch unversehens an einem Wendepunkt. Wie alle Mädchen in der Familie ist auch sie ein Adoptivkind und kennt ihre Wurzeln nicht, doch der Abschiedsbrief ihres Vaters enthält einen Anhaltspunkt – die Adresse einer Londoner Buchhandlung sowie den Hinweis, dort nach einer gewissen Flora MacNichol zu fragen. Während Star diesen Spuren folgt, eröffnen sich ihr völlig ungeahnte Wege, die sie nicht nur auf ein wunderbares Anwesen in Kent führen, sondern auch in die Rosengärten und Parks des Lake District im vergangenen Jahrhundert. Und ganz langsam beginnt Star, ihr eigenes Leben zu entdecken und ihr Herz zu öffnen für das Wagnis, das man Liebe nennt ...

Meine Meinung:
Dies ist der dritte Teil über die nach einem Sternbild benannten Adoptivtöchter von "Pa Salt", einem reichen Schweizer Geschäftsmann, der kürzlich überraschend starb und seinen Töchtern Hinweise auf ihre Herkunft hinterlassen hat. Wie schon in den ersten beiden Teilen über Maia und Ally ist es faszinierend, wie sich lang zurückliegende Familiengeschichten in lange vergangenen Epochen geschickt mit dem heutigen Leben der Frauen verflechten. Im Fall von Star und Flora sind es im Wesentlichen Geschichten über Emanzipation und Selbstbestimmung, die natürlich bei Flora vor über hundert Jahren andere Dimensionen hatte wie heute bei Star, aber nicht weniger wichtig war. Star muss eine gehörige Portion Egoismus aufbringen, um sich von ihrer Schwester Cece zu lösen. Cece tut einem streckenweise leid, doch da es im nächsten Band um sie geht, ahnt man schon, dass auch sie ihren Platz in der Welt finden wird, wie ihre Schwestern vor ihr.
Gut gemacht finde ich, dass man nicht alle Bände in der Reihenfolge lesen muss, da jeder einzeln auch gut funktioniert. Die großen Rätsel, wer nämlich nun die siebte Schwester ist (das Sternbild besteht aus sieben Sternen und das erste Buch hieß "Die sieben Schwestern", obwohl Pa Salt nur sechs Adoptivtöchter hatte) und ob Pa Salt nicht vielleicht doch noch lebt (keine seiner Töchter war anwesend, als er starb und keine sah je seinen Leichnam) stellen sich in jedem einzelnen Band aufs Neue. Ich habe schon Theorien und Vermutungen entwickelt und freue mich schon sehr auf den vierten Band über Cece, um herauszufinden, ob ich richtig liege, habe aber eine Ahnung, dass sich das Ganze doch erst im siebten Band auflöst...